Säure Basen Balance und ihre gesundheitliche Bedeutung, Teil 1

Die gesundheitliche Bedeutung der Säure – Basen – Balance

Inhaltsverzeichnis:

  1. Grundlagen: Kleiner Exkurs in die Biochemie
  2. Ursachen der Übersäuerung
  3. Folgen: Säure frisst Löcher in die Gesundheit
  4. Merkmale: Woran erkenne ich eine Übersäuerung?
  5. Gesundung durch Entsäuerung
  6. Was kann ich tun?
  7. Nachhaltig im Säure Basen Gleichgewicht

Einleitung Säure Basen Balance

Die gesundheitliche Bedeutung der „Säure Basen Balance“ möchte ich zunächst mit der folgenden Hypothese unterstreichen:
„Es gibt im menschlichen Organismus kaum ein Organ, ein Gewebe oder ein Funktionselement, das nicht durch eine latent chronische Übersäuerung gestört oder geschädigt werden kann und das nicht durch Entsäuerung wieder gebessert oder geheilt werden kann.“

Grundlagen Säure Basen Balance

Machen wir nun einen kleinen Ausflug in die Biochemie, damit Sie verstehen, was Säuren und Basen sind und was sie im Körper bewirken.

Säuren und Basen werden gemessen mit dem sog. ph – Wert. ph ist die Abkürzung für potentia hydrogenii. Das ist ein lateinischer Begriff und heißt übersetzt sinngemäß: „Die Wirksamkeit des Wasserstoffs“. D.h. der ph – Wert ist abhängig von der Konzentration der H+ Ionen (Wasserstoff-Ionen). Je mehr H+ Ionen in einer Flüssigkeit, desto saurer ist dies Flüssigkeit. Je weniger H+ Ionen, desto basischer die Flüssigkeit.

Säure Basen Balance

Sie sehen in der Tabelle, dass alle Werte unter ph 7 sauer sind und alle Werte über ph 7 basisch; ph 7 ist neutral, also weder sauer noch basisch. Zwischen den einzelnen Werten besteht ein logarhytmischer Zusammenhang, d.h. z.B. dass eine Flüssigkeit mit ph 5 nicht doppelt so sauer ist, wie eine Flüssigkeit mit ph 6, sondern um das 10 –fache saurer.

Saure Flüssigkeiten können basische Flüssigkeiten (Laugen) neutralisieren und umgekehrt. Dazu ein Beispiel:

Salzsäure HCl + Natronlauge NaOH = Kochsalz NaCl im Wasser H2O gelöst

Alles Lebendige ist basisch (Gewässer, Fruchtwasser), aber der menschliche Organismus braucht sowohl Säuren als auch Basen. Und beides wird in einem physiologischen Verhältnis zueinander durch die sog. Belegzellen in der Magenschleimhaut aus Kochsalz, Kohlendioxid und Wasser gebildet. Die Belegzellen bilden also gleichzeitig eine starke Säure (HCL) und eine starke Base (NaHCO3).

Was passiert nun mit dem Natriumbikarbonat? Das Bikarbonat ist der bedeutendste Säurepuffer im Körper. Es wird über den Blutweg zu den sog. basophilen Drüsen transportiert. Also das Blut versorgt diejenigen Drüsen ständig mit basischen Stoffen, die basische Sekrete liefern müssen und dient dem Blut selbst, um seinen erforderlichen Norm – ph -Wert von 7,35-7,45 aufrecht zu erhalten.
Zu den sog. basophilen Drüsen gehören die:

Speicheldrüsen des Mundes, Leber, Gallenblase, Bauchspeicheldrüse, Drüsen des Zwölffingerdarms und Drüsen des Dünn- und Dickdarms

Innerhalb von 24 Std. werden folgende Säftemengen gebildet:

  • 1,5 Liter Speichel         pH-Wert: ca. 7,0
  • 0,5 – 1,5 Liter Galle         pH-Wert: 7,4 – 8,0
  • 0,7 Liter Bauchspeichel     pH-Wert: 7,5 – 8,5
  • 3 Liter Darmdrüsensaft      pH-Wert: 7,5 – 8,5

 (vor allem Brunner´sche Drüsen im Zwölffingerdarm ph 8,3 – 9,3)

Zum Vergleich:

  • 2,5 Liter Magensaft:    ph 1,5 – 3,0
  • Blut: ph 7,35 – 7,45
  • Urin: ph 5,0 – 8,0
  • Vaginalflora: ph ca. 4,0
  • Samenflüssigkeit: ph 7,5 – 8,0
  • Fruchtwasser: ph 8,0 – 8,5

Die basophilen Drüsen bzw. Organe werden uns später noch mal beschäftigen.

Das Säure-Basen-Gleichgewicht ist Voraussetzung für alle anderen Funktionen. Es ist die Basis, die Säure Basen Balance, für alle Lebensvorgänge im ganzen Organismus und die Grundvoraussetzung für eine gute Gesundheit und die Kraft, im Krankheitsfall rasch wieder zu gesunden. Von Natur aus ist unser Körper bestens ausgerüstet, damit alles einwandfrei funktioniert und das Säure-Basen-Gleichgewicht (Säure Basen Balance) aufrechterhalten werden kann.

Und trotzdem sind heute die meisten Menschen nicht mehr im Säure-Basen-Gleichgewicht. Sie sind übersäuert! Warum? Dazu gleich mehr. Hier zunächst der Unterschied zwischen der latent chronischen und der akuten Übersäuerung:

  • Ansammlung von fixen, anorganischen Säuren und Salzen in Geweben und Zellen
  • Schädigt langfristig u.a. Nieren, Bindegewebe, Durchblutung, Magen, Muskeln und Knochen und fördert chronische Erkrankungen
  • Latente Azidose: Körpereigene Pufersysteme und Ausscheidungswege verhindern Notfall
  •  „Akute Azidose“ im Blut = dkompensierte Überlastung ist medizinischer Notfall

In der Schulmedizin kennt man lediglich die akute Azidose als medizinischen Notfall.
Eine chronische Übersäuerung ist schulmedizinisch/wissenschaftlich (leider immer noch) nicht anerkannt.

Ursachen der Übersäuerung

Wir unterscheiden bei den Ursachen zwischen äußeren und inneren Ursachen:

Äußere Ursachen

  • Falsche Ernährung und falsche Essweise
  • Genussmittel (Kaffee, Alkohol, Nikotin, Drogen)
  • Zu wenig Trinken und zu wenig schwitzen
  • Bewegungsmangel
  • Körperliche Überanstrengung und Übermüdung
  • Falsche Atmung
  • Zunehmendes Alter (Kompensation lässt nach)
  • Medikamente
  • Umwelt- und Industriegifte

Was heißt falsche Ernährung?

  • zu viel Fleisch und Wurst
  • zu viel Hartkäse
  • zu viel Weißzucker
  • zu viel Weißmehl
  • zu viel Kaffee und Alkohol
  • zu salzig (raff. Kochsalz)
  • zu stark verarbeitet
  • zu wenig basische Frischkost (Gemüse, Salate, Obst)
  • durch abendliche Rohkost (Gärung!)
  • durch falsche Zubereitung
  • mangelhafte Qualität (Frische, Anbau)

Was heißt falsche Essweise?

  • zu viel und zu viel durcheinander
  • zu oft
  • zu hastig / zu schnell
  • zu wenig gekaut
  • zu schwer verdaulich
  • zu spät
  • zu trocken
  • ohne Hunger
  • ohne Fastenpause
  • mit kalten Füßen

Nun werden Sie sich vermutlich fragen, was kalte Füße mit falscher Essweise zu tun haben. Ganz einfach: Über die Fußreflexzonen sind wir mit dem ganzen Organismus verbunden und wenn die Füße kalt sind, fließen die Verdauungssäfte nicht optimal.

Innere Ursachen

  •  Chronische Darmgärung
    Bildung großer Säuremengen durch chronische Darmgärung, auch durch falsche Essweise.
  • Unterfunktion von Ausscheidungsorganen – Darm, Leber und besonders die Nieren. Die Nieren sind das Zentralorgan der Säureausscheidung und spielen daher die wichtigste Rolle bei der Erhaltung des Säure-Basen-Gleichgewichts (Säure Basen Balance). Die Ausscheidung von sauren Stoffwechselprodukten kann aber nur erfolgen, wenn im Körper genügend basische Mineralien zur Verfügung stehen, welche die Säuren neutralisieren. Wenn das nicht gewährleistet ist, dann kann der Körper die Säuren nicht ausscheiden und lagert sie im Organismus an verschiedenen Stellen ab.
  • Organische Fehlleistungen, z.B. Ketoazidose bei Diabetikern, Leber-Galle-Erkrankungen.
  • Unterfunktion der Magen-Belegzellen.
  • Mangelhafte Verdauungskraft der Verdauungsorgane. Die Nahrung, die wir unserem Körper zuführen, stellt noch lange nicht sicher, dass diese unseren Körper auch optimal ernährt. Viele Krankheiten haben ihre eigentliche Ursache in krankhaften Verdauungsabläufen. Daher lassen sich bereits entstandene Krankheiten durch Heilung der Verdauungsabläufe bessern.
  • oder auskurieren.

Von Dr. F.X. Mayr stammt der Kernsatz der Ernährung:

Ernährung = Nahrung x Verdauungskraft

Ernährung ist also nicht allein die zugeführte Energie der Nahrungsmittel, sondern hängt entscheidend ab von der Verdauungskraft, d. h. ob die Nahrung von den Verdauungsorganen vollständig verdaut werden kann. (später mehr dazu)

  • Psychisch und STRESS bedingt
  • Sress erhöht Freisetzung von Adrenalin, Noradrenalin, Cortisol und Glukose
  • Stress macht Atmung flach und schnell
    – Abatmung von Säuren
    – Sauerstoff für Energiegewinnung
  • Folgen von „kaltem Stress“: Verengte Blutgefdäße; wenig Sauerstoff, viel Zucker im Blut
  •  „Kalter Stress“ erschöpft Energie-, Redox- und Säuren Basen Haushalt

 

Weiter geht´s in Kürze mit der Frage:
Was macht unser Körper mit den überschüssigen Säuren?
Seien Sie gespannt auf Teil 2.

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